Was passiert wenn ein Photograph Models nicht nur auf dem Catwalk, sondern auch vor der Vorbereitung zur Show erwischt? Im kalten Mailand, um 7 Uhr früh, bei der Show von C’N’C Costume National hat das Experiment stattgefunden: Zu einer Stunde des Tages, in der normalsterbliche Mädels für gewöhnlich zum fürchten aussehen und man noch rein garnichts mit ihnen anfangen kann; in der die Models aber schon bibbernd im Backstage Bereich sitzen und sich an einem riesigen Becher Starbucks Kaffee klammern. Genau an jener Stunde des Tages hat man Models gnadenlos porträtiert.
Das ist das Projekt, mit dem sich der italienische Photograph Settimio Benedusi bei der Mailänder Modewoche beschäftigt hat. Als Profi auf seinem Gebiet war er auf der Suche nach einer neuen Herausforderung: Wie sehen diese Mädchen eigentlich vorher aus, bevor sie sich durch die professionellen Hände von Visagisten und Hairdressern in wahre Göttinnen verwandeln?
Das Ergebnis lässt sich wirklich sehen:
http://www.corriere.it/gallery/Spettacoli/vuoto.shtml?2009/02_Febbraio/benedusi/1&1

Dass sie auch früh morgens super aussehen, war zu erwarten, es sind ja schließlich Models; dass sie teilweise aber sogar besser aussehen, als nach der Profi-Vorbereitung, hätte man aber nicht gedacht.

Dieses Projekt zeigt einmal mehr, dass Mode nicht unbedingt bzw. nicht ausschließlich mit Schönheit zu tun hat. Vor allem Modenshows werden von den großen Designern dazu genutzt, nicht nur wunderhübsche Mädchen über den Laufsteg zu schicken, sondern auch, um Aufsehen zu erregen. Die Models werden so gestylt, dass die undenkbarsten Frisuren, Farbkombinationen und Schminkkreationen zusammen passen und auch noch gut aussehen. Auf dem Catwalk kann alles möglich werden. Die Show wird zum Spiel, zur Faszination, zur Übertreibung, aber das soll auch so sein, oder? Wir wollen doch schließlich keine Realität, wir wollen Phantasie! Zumindest in der schillernden Welt der Mode…


