Ich bin jetzt stolze 24 Jahre alt und war noch nie auf einer Hochzeit. Und jetzt bin ich gleich auf zwei eingeladen. Meine gute Freundin heiratet Anfang April und zwei Wochen darauf eine Kusine. Die Einladungen habe ich schon länger, auf den Gedanken, dass das Hochzeitsoutfit zum Problem werden könnte, kam ich aber erst als mich ein anderer Gast fragte was ich denn anziehe.
In meinem Kleiderschrank hängen jede Menge Designer Jeans, ich kann auch die wunderschönsten Lederjacken und buntesten Cashmere Pullis vorweisen, aber ein Kleid? Ist irgendwie nicht so mein Ding. Überhaupt, was zieht man denn als Gast auf einer Hochzeit an? Wie ich aus sämtlichen Gesprächen erfahren habe, sind weiß und schwarz tabu. Schließlich will man von der Braut nicht ablenken, aber auch nicht aussehen als ginge man auf eine Beerdigung. Ein bisschen Farbe ist also nicht verkehrt, aber zu viel sollte es auch nicht sein. Ich bin verwirrt. Vor allem muss man zu dem Kleid dann auch noch die passenden Accessoires finden, eventuell noch eine Jacke, schließlich ist es im April noch relativ kalt.
Und ich dachte immer, die Braut sei vor der Hochzeit am meisten gestresst. Bei Diana, meiner Freundin und Braut, aber von Stress keine Spur. Sie hat einen Wedding Planner engagiert. Ja, genau so einen wie Frank Matthée aus der ProSieben Serie, der auch schon Sarah Connor die Hochzeitsvorbereitungen erleichterte. Wenn man eine Hochzeitsagentur mit seiner Hochzeit beauftragt, hat man volles Mitspracherecht was die Gestaltung des großen Tages angeht, muss sich aber nicht selbst um die stressige Organisation kümmern. Wenn man sich, wie Diana, unbedingt haufenweise rosafarbene Tulpen für den Traumtag wünscht, braucht man sich keine Gedanken machen, ob der örtliche Blumenladen diese auch liefern kann, sondern kann sich getrost zurücklehnen und dem Planner diese Sorgen überlassen. Das üppige Catering wird vom Brautpaar lediglich ausgewählt, alles Weitere übernimmt auch hier der Hochzeitsplaner des Vertrauenes. Diana selbst, freut sich riesig auf ihre Hochzeit und genießt den ganzen Rummel um ihre Person. Ich glaube sie wird ihren Weddingplanner nach der Hochzeit gar nicht mehr gehen lassen wollen.
So entspannt bin ich nicht. In voller Panik telefonierte ich letzte Woche meinen gesamten weiblichen Bekanntenkreis ab. Ob mir vielleicht jemand ein Kleid ausleihen könnte? Natürlich hätte ich vielleicht daran denken müssen, dass die meisten meiner Freundinnen (und der Rest der Menschheit) ungefähr zwei Köpfe größer sind als ich. Es half nichts, ich musste Einkaufen gehen. Mit dem Plan ein einfaches, aber schönes Kleid zu kaufen, das auch nicht zu teuer ist, zog ich los. Einfacher gesagt als getan. Die Abendkleider in den größeren Kaufhäusern passten überhaupt nicht und auch die Farben und Modelle der Sommerkleider waren einfach nicht richtig.
Zu Hause im Internet gab es dafür umso mehr schöne Designerkleider. Ein traumhaftes Chiffonkleid von Diane von Furstenberg in einem frischen Koralton, ein richtig edles Seidenkleid mit Leomuster von Dolce & Gabbana oder eine olivgrüne assymetrische Kreation von Philiosophy di Alberta Ferretti. Leider nicht ganz mein Budget.
Am Ende bin ich aber doch noch in meiner Preisklasse fündig geworden. Ein fliederfarbenes knielanges Kleid, das weder die Show stiehlt, noch im Hintergrund verschwindet. Jetzt brauche ich bloß noch die passende Handtasche!

*tanya*
Bilder: Net-a-porter, MyTheresa