Artikel-Schlagworte: „kleid“

Weil es doch so schön ist…

Mittwoch, 20. Mai 2009

Dieser Tag soll einer der schönsten und wichtigsten in unserem Leben sein. Es gibt nur wenige Tage, an welchen der Zustand absoluter Glücksseeligkeit erreicht wird, einer davon bringt vielleicht  die Geburt eines Kindes mit sich, ein anderer jedoch bringt einem das Geschenk, aus seinem „Lebensabschnittsgefährten“ seinen „Lebensgefährten“ zu machen. Wir entscheiden uns also den Bund der Ehe einzugehen und verpflichten uns für den Rest unseres Lebens (so sollte eine Hochzeit eigentlich verstanden werden), in guten wie in schlechten Zeiten für einander zu sorgen. Dieses Versprechen geben sich nur allzu viele Paare, doch nur knapp 50% können es heute noch halten.

Treue und ewige Liebe (in uns allen steckt doch eine kleine Romantikerin) hin oder her, sobald man sich dazu entschlossen hat zu heiraten, bringt das erstmal eines mit sich: großen Stress! Eine echte Bewährungsprobe für jede Beziehung. Und damit meine ich nicht mal die Organisation und Koordination von Gästen, Blumen, Räumlichkeiten, Dekoration, Personal usw. Ich spreche einzig und allein von der Wahl des perfekten Brautkleides. Alles andere scheint, nachdem unser Liebster uns erstmal die Frage aller Fragen gestellt hat, eher sekundärer Natur zu sein.

Doch die Suche nach dem perfekten Kleid scheint meist wie die Suche nach den Heiligen Gral. Nachdem man sich mit hängender Zunge durch den 27. Brautmodenladen gequält hat, der vom Beratungskomittee bestehend aus Mama und den besten Freundinnen mit einem aufmunternden Nicken und dem inzwischen zum Standardspruch avancierten „Da findest du ganz sicher etwas“ schmackhaft gemacht wurde und immer noch nicht auf das Kleid gestoßen war, ist man es Leid und übergiebt den Fall einem Profi: entweder dem Personal Shopper des nächstgelegenen Einkaufshauses oder einem seriösen Weddingplaner. Ersterer wird einem (was nicht weniger anstrengend ist) sämtliche überteuerten „Sonderangebote“ des Kaufhauses präsentieren, nur um dann erschöpft auf einem Stuhl zusammenzubrechen, sich mit einem Stofftaschentuch den Stress-schweiß von der Stirn zu wischen und kundzutun, dass er so eine schwierige Kundin noch nie erlebt habe. 

Die Wedding Planer hingegen sind etwas vorausschauender: nachdem diese wissen, dass sie das letzte, annähernd adäquate, weiße Hochzeitskleid lokaler Läden gestern an eine andere Kundin verkauft haben, wird das „Mienenfeld“ Brautkleid weitläufig umgangen, indem man versucht, der armen Braut eine Themenhochzeit aufzureden (was natürlich sofort vehement abgelehnt wird!).

Wenn der abgespannte Brauttrupp dann schließlich völlig verzweifelt an einem Tisch sitzt und bespricht, ob man denn nicht vielleicht die Spitzenvorhänge der längst verstorbenen Großmutter möglichst präsentabel mit Sicherheitsnadeln zu einem Brautkleid umfunktionieren könnte, offenbart sich ihnen meistens die letzte Lösung: die Online-Suche nach einem Brautkleid!

Fashionette hat diese Aufgabe für Sie natürlich schon längst übernommen und sich für folgendes Traumkleid entschieden: ein champagnerfarbenes, knielanges Bustierkleid von Vivienne Westwood Gold Label. Nachdem Carrie Bradshaw in „Sex and the City – The Movie“ darin ihr Glück mit Mr. Big  finden wollte, ist dieses Kleid zu einem wahren Dauerbrenner geworden. 

Weddingdress

Wenn dann endlich Kleid, Schuhe und alles weitere organisiert sind, fehlt nur noch eines: sich fragen zu lassen, warum man sich diesem Stress überhaupt aussetzt. Tja, darauf gibt es wohl nur eine Antwort: „Weil es doch sooo schön ist…“

2 Hochzeiten und ein Kleidproblem

Mittwoch, 25. Februar 2009

Ich bin jetzt stolze 24 Jahre alt und war noch nie auf einer Hochzeit. Und jetzt bin ich gleich auf zwei eingeladen. Meine gute Freundin heiratet Anfang April und zwei Wochen darauf eine Kusine. Die Einladungen habe ich schon länger, auf den Gedanken, dass das Hochzeitsoutfit zum Problem werden könnte, kam ich aber erst als mich ein anderer Gast fragte was ich denn anziehe.

In meinem Kleiderschrank hängen jede Menge Designer Jeans, ich kann auch die wunderschönsten Lederjacken und buntesten Cashmere Pullis vorweisen, aber ein Kleid? Ist irgendwie nicht so mein Ding. Überhaupt, was zieht man denn als Gast auf einer Hochzeit an? Wie ich aus sämtlichen Gesprächen erfahren habe, sind weiß und schwarz tabu. Schließlich will man von der Braut nicht ablenken, aber auch nicht aussehen als ginge man auf eine Beerdigung. Ein bisschen Farbe ist also nicht verkehrt, aber zu viel sollte es auch nicht sein. Ich bin verwirrt. Vor allem muss man zu dem Kleid dann auch noch die passenden Accessoires finden, eventuell noch eine Jacke, schließlich ist es im April noch relativ kalt.

Und ich dachte immer, die Braut sei vor der Hochzeit am meisten gestresst. Bei Diana, meiner Freundin und Braut, aber von Stress keine Spur. Sie hat einen Wedding Planner engagiert. Ja, genau so einen wie Frank Matthée aus der ProSieben Serie, der auch schon Sarah Connor die Hochzeitsvorbereitungen erleichterte. Wenn man eine Hochzeitsagentur mit seiner Hochzeit beauftragt, hat man volles Mitspracherecht was die Gestaltung des großen Tages angeht, muss sich aber nicht selbst um die stressige Organisation kümmern. Wenn man sich, wie Diana, unbedingt haufenweise rosafarbene Tulpen für den Traumtag wünscht, braucht man sich keine Gedanken machen, ob der örtliche Blumenladen diese auch liefern kann, sondern kann sich getrost zurücklehnen und dem Planner diese Sorgen überlassen. Das üppige Catering wird vom Brautpaar lediglich ausgewählt, alles Weitere übernimmt auch hier der Hochzeitsplaner des Vertrauenes. Diana selbst, freut sich riesig auf ihre Hochzeit und genießt den ganzen Rummel um ihre Person. Ich glaube sie wird ihren Weddingplanner nach der Hochzeit gar nicht mehr gehen lassen wollen.

So entspannt bin ich nicht. In voller Panik telefonierte ich letzte Woche meinen gesamten weiblichen Bekanntenkreis ab. Ob mir vielleicht jemand ein Kleid ausleihen könnte? Natürlich hätte ich vielleicht daran denken müssen, dass die meisten meiner Freundinnen (und der Rest der Menschheit) ungefähr zwei Köpfe größer sind als ich. Es half nichts, ich musste Einkaufen gehen. Mit dem Plan ein einfaches, aber schönes Kleid zu kaufen, das auch nicht zu teuer ist, zog ich los. Einfacher gesagt als getan. Die Abendkleider in den größeren Kaufhäusern passten überhaupt nicht und auch die Farben und Modelle der Sommerkleider waren einfach nicht richtig.

Zu Hause im Internet gab es dafür umso mehr schöne Designerkleider. Ein traumhaftes Chiffonkleid von Diane von Furstenberg in einem frischen Koralton, ein richtig edles Seidenkleid mit Leomuster von Dolce & Gabbana oder eine olivgrüne assymetrische Kreation von Philiosophy di Alberta Ferretti. Leider nicht ganz mein Budget.

Am Ende bin ich aber doch noch in meiner Preisklasse fündig geworden. Ein fliederfarbenes knielanges Kleid, das weder die Show stiehlt, noch im Hintergrund verschwindet. Jetzt brauche ich bloß noch die passende Handtasche!

hochzeit1

*tanya*

Bilder: Net-a-porter, MyTheresa